Stell Dir vor, ein Kind macht im Training einen Fehler. Der Ball geht ins Aus oder die Annahme misslingt. Und dann folgen Liegestütze.
Ich habe solche Situationen in den letzten Jahren immer wieder beobachtet. Nicht nur bei älteren Jugendlichen, sondern auch bei sehr jungen Kindern. Teilweise schon im Alter von sechs oder sieben Jahren.
Für mich ist das ein klarer Punkt. Ich arbeite im Kinder- und Jugendtraining komplett ohne Bestrafung. Und das ist eine bewusste Entscheidung.

Inhalt
ToggleWarum ich im Kindertraining auf Bestrafung verzichte
Die erste Frage ist für mich ganz grundlegend. Was soll Sport für Kinder eigentlich sein. Ein Ort für Bewegung, Entwicklung und Freude.
Wenn wir anfangen, Bewegung als Strafe einzusetzen, drehen wir genau diese Idee um. Plötzlich wird etwas Positives mit etwas Negativem verknüpft. Das hat Folgen für die Wahrnehmung von Sport.
Kinder lernen dann nicht mehr nur aus ihren Fehlern. Sie beginnen, Fehler zu vermeiden, um Konsequenzen zu entgehen. Und genau das blockiert Entwicklung.

Fehler sind kein Problem
Sie sind ein notwendiger Teil des Lernprozesses. Gerade im Beachvolleyball gehört das dazu.
Wenn wir diese Situationen bestrafen, senden wir eine falsche Botschaft. Wir sagen indirekt, dass Fehler schlecht sind. Ich sehe das anders.
Fehler sind der Ausgangspunkt für Verbesserung. Und sie sollten genau so behandelt werden. Als Chance, nicht als Problem.

Diese Diskussion habe ich auch nach einem Instagram-Post geführt. Einige Trainer haben geschrieben, dass kleine Strafen in bestimmten Situationen sinnvoll sein können. Zum Beispiel bei fehlender Aufmerksamkeit.
Ich kann diese Gedanken nachvollziehen. Und trotzdem bleibe ich bei meiner Haltung. Auch in solchen Situationen halte ich Strafen nicht für den richtigen Weg.
Für mich liegt die Lösung woanders. Ich begegne Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe. So wie ich es auch mit Erwachsenen tun würde.
Auf Augenhöhe arbeiten
Wenn mich etwas stört, spreche ich es direkt an. Ich sage klar, was ich mir wünsche und warum es wichtig ist. Ohne Strafen und ohne Machtspiel.
Kinder verstehen das sehr gut. Oft besser, als wir denken. Und vor allem fühlen sie sich ernst genommen.
Genau das ist für mich der entscheidende Punkt. Ich sehe mich nicht als jemand, der Strafen verteilt. Sondern als jemand, der Beziehungen gestaltet.

Wenn die Beziehung stimmt, braucht es keine Strafen. Kinder hören zu, weil sie wollen. Nicht, weil sie müssen.
Und genau daraus entsteht echte Motivation. Denn Motivation ist der Schlüssel im Kindertraining. Nicht Kontrolle oder Druck.
Wenn wir ehrlich sind, geht es um eine zentrale Frage. Wie schaffen wir es, dass Kinder langfristig im Sport bleiben. Und gerne wiederkommen.

Motivation steigern
Meine Erfahrung ist klar. Kinder bleiben im Sport, wenn sie sich freuen. Auf das Training, auf ihre Freunde und auf ihr Team.
Besondere Erlebnisse spielen dabei eine große Rolle. Ein Turnier, ein gemeinsamer Erfolg oder ein Moment, in dem etwas plötzlich klappt. Diese Dinge bleiben lange im Kopf.
Noch stärker wirken Begegnungen mit Vorbildern. Ein Besuch bei einem Bundesligaspiel oder einem Profiteam. Zum Beispiel bei der SVG Lüneburg oder beim Schweriner SC.

Wenn Kinder solche Spiele erleben, passiert etwas. Sie sehen, was möglich ist. Und entwickeln eigene Ziele.
Ein Beispiel aus unserer Arbeit sind die Einsätze als Ballkinder bei der Deutschen Meisterschaft in Timmendorfer Strand. Die Kinder stehen direkt am Feld und erleben die besten Spieler hautnah. Viele erinnern sich Jahre später noch daran.
Und genau diese Erlebnisse prägen. Sie schaffen Motivation, die lange trägt. Ganz ohne Druck oder Strafen.

Fazit
Genauso wichtig ist das tägliche Training. Gemeinsam besser werden, gemeinsam Lösungen finden und sich gegenseitig unterstützen. Das schafft Verbindung und Vertrauen.
Und am Ende sind es genau diese Dinge, die zählen. Freude am Sport, Gemeinschaft und eigene Fortschritte. Nicht Strafen nach Fehlern.
Wenn wir Kinder langfristig im Sport halten wollen, müssen wir anders denken. Weniger Druck und mehr Begeisterung. Weniger Strafen und mehr echte Motivation.
Lade Dir hier meinen Leitfaden für Kinder- und Jugendtraining herunter:
Sportliche Grüße
Malte Nagursky